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Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Bürgermeisterwahl in Gerabronn am 17. Mai 2026.
Viele Personen haben mir die selben, oder auch ähnliche Fragen gestellt. Daher finden Sie hier einige Fragen, die vielleicht auch Sie interessieren könnten. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, stellen Sie mir diese.
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Was qualifiziert Sie dafür, Herr Bühler, das Amt des Bürgermeisters zu begleiten?
Ein Bürgermeister braucht drei Dinge: eine klare Entscheidungsfähigkeit, ein sicheres Gefühl für Zahlen – und die Bereitschaft, Verantwortung auch dann zu tragen, wenn sie unbequem wird.
Entscheidungsstärke. Als Abteilungskommandant bei der Feuerwehr Karlsruhe habe ich rund 70 Einsatzkräfte geführt. Das ist keine Theorie: Wer bei einem Einsatz zögert, gefährdet Menschen. Diese Haltung nehme ich mit ins Rathaus. Ein guter Bürgermeister entscheidet und steht dann auch dazu.
Wirtschaftliches Denken. Als Betriebswirt und Selbstständiger weiß ich, wie schmerzhaft knappe Kassen sein können und wie viel Unterschied eine durchdachte Priorisierung macht. Gerabronn braucht keine Luftschlösser, sondern ehrliche Finanzplanung. Dafür stehe ich.
Führung ohne Machtanspruch. Führen heißt für mich nicht, über andere zu bestimmen, sondern Menschen mit unterschiedlichen Interessen an einen Tisch zu bringen. Das habe ich in der Industrie gelernt, bei der Feuerwehr gelebt, in der Kommunalpolitik erfahren. Ein Bürgermeister ist Moderator, nicht Monarch.
Sie übernehmen da ein sehr umfassendes Amt als Bürgermeister, wissen Sie was das bedeutet?
Ja, und gerade deshalb bewerbe ich mich.
Das Amt des Bürgermeisters ist kein Verwaltungsposten mit festen Bürozeiten. Es ist Verantwortung für eine ganze Stadt und für die Menschen, die hier leben – an Werktagen wie an Wochenenden. Ein Bürgermeister repräsentiert Gerabronn nach außen, entscheidet im Gemeinderat, ist Arbeitgeber für die Verwaltung, Ansprechpartner für Vereine, Vermittler bei Konflikten und manchmal auch einfach die erste Anlaufstelle, wenn ein Bürger nicht weiterweiß. Dass man dieses Amt nicht nach Feierabend macht, ist mir vollkommen bewusst – und für mich selbstverständlich.
Ich bewerbe mich auch, weil mich genau diese Vielseitigkeit reizt. Ich wollte nie einen Schreibtischjob von neun bis fünf. Als Koch, als Hotelfachmann, als Vertriebsingenieur, bei der Feuerwehr – ich habe immer in Berufen gearbeitet, in denen man sich einbringt, nicht in denen man abarbeitet. Das Bürgermeisteramt ist in seiner Konsequenz die Zuspitzung dessen: volle Verantwortung, volle Präsenz, volle Gestaltungsmöglichkeit.
Was ich mitbringe, ist nicht die Illusion, alles zu wissen, sondern die Bereitschaft, alles zu lernen, was ich noch nicht weiß – und die Erfahrung, Teams zu führen, die das Fachwissen haben, das ein Bürgermeister nie allein abdecken kann.
Welche Eigenschaften zeichnet eine/n gute/n Bürgermeister/in Ihrer Meinung nach aus?
Er trifft Entscheidungen, auch unbequeme. Viele Bürgermeister schieben schwierige Themen vor sich her, weil sie niemandem wehtun wollen. Mit dem Ergebnis, dass Probleme größer werden, nicht kleiner. Eine marode Straße kostet in fünf Jahren das Doppelte. Ein ungelöster Konflikt im Gemeinderat vergiftet die Arbeit über eine ganze Wahlperiode. Wer führen will, muss entscheiden und sich dann auch hinstellen und sagen: „Das war meine Entscheidung, und das waren meine Gründe.“
Er hält Distanz zu Einzelinteressen. In einer Stadt wie Gerabronn kennt jeder jeden. Das ist schön, aber gleichzeitig eine Gefahr. Ein Bürgermeister, der Freunde bevorzugt oder alten Konflikten aus dem Weg geht, verliert das Vertrauen der anderen. Ich komme von außen, und ich sehe das als Chance. Ich kann sachlich entscheiden, ohne jemandem etwas schuldig zu sein.
Er ist ansprechbar – aber nicht beliebig. Ein Bürgermeister muss zuhören können, das stimmt. Aber Zuhören heißt nicht, jedem recht geben. Es heißt, Argumente ernst nehmen, abwägen und dann eine Position beziehen. Menschen merken schnell, ob sie einen Gesprächspartner vor sich haben oder einen Politiker, der gerade sagt, was sie hören wollen..
Was halten sie von digitaler Verwaltung, wollen Sie etwas in diesem Bereich machen?
Die Digitalisierung der Verwaltung ist für mich ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Wir Bürgerinnen und Bürger erwarten heute, dass Leistungen einfach, schnell, jederzeit und möglichst auch online verfügbar sind.
Dabei sehe ich auch großes Potenzial im Einsatz von künstlicher Intelligenz. Sie kann helfen, die Verwaltung effizienter zu gestalten, Abläufe zu beschleunigen und Mitarbeitende zu entlasten. Wichtig ist, mir geht es nicht darum Stellen abzubauen, sondern um mehr Zeit für die Aufgaben zu schaffen, die persönliche Beratung und Bearbeitung erfordern.
Gerade in einer Stadt wie Gerabronn, in der viele Ortsteile weit auseinanderliegen, ist eine gute digitale Verwaltung auch ein Beitrag zur Gleichwertigkeit. Wer in Amlishagen wohnt, soll denselben Zugang zur Verwaltung haben wie jemand, der im Kernort direkt am Rathaus zu Hause ist.
Sie wollen das Betreuungsangebot der Kindergärten ausbauen. Wie wollen Sie das realistisch umsetzen?
Das ist ein wichtiges und nicht allzu schnell zu behebendes Problem. Ohne ausreichend Fachkräfte lässt sich kein verlässliches Betreuungsangebot sicherstellen. Deshalb braucht es aus meiner Sicht ein Bündel an Maßnahmen. Kurzfristig zur Entlastung aber vor allem langfristig zum Aufbau von Personal.
Zum einen müssen wir als Gemeinde ein attraktiver Arbeitgeber werden. Dazu gehören gezielte Anreize wie beispielsweise Unterstützung bei der Wohnungssuche, gegebenenfalls kommunaler Wohnraum, Mobilitätsangebote im ländlichen Raum wie ein Job E-bike oder sogar die Nutzung von Dienstfahrzeugen der Stadt. Aber auch finanzielle Zusatzleistungen sind da hilfreich und denkbar. Gerade in kleineren Gemeinden kann das ein entscheidender Unterschied sein.
Gleichzeitig reicht es nicht, nur auf fertige Fachkräfte zu hoffen. Wir müssen selbst ausbilden und Nachwuchs aufbauen. Für mich als Ausbilder ist das ein zentraler Punkt der angegangen werden muss. Dazu gehört für mich auch eine stärkere Zusammenarbeit mit Fachschulen, ein gutes Angebot von interessanten Ausbildungsplätzen und letztlich die gezielte Förderung von Quereinsteigern.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Arbeitsbedingungen. Wenn wir Fachkräfte halten wollen, müssen wir auch für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. ein ausreichender Personalschlüssel, Entlastung im Alltag und eine gute Organisation in den Einrichtungen. Hier können auch unterstützende Kräfte wie FSJler oder Praktikanten sinnvoll eingesetzt werden, um das pädagogische Personal zu entlasten.
Es gibt einige Straßen im Stadtgebiet, die wirklich in unsicherem Zustand sind. Welche konkreten Schritte werden Sie hier planen?
Für mich ist klar, dass wir hier nicht weiterhin nur reagieren dürfen, sondern müssen strukturiert und priorisiert vorgehen. Das bedeutet konkret, dass wir eine schnelle Bewertung aller kritischen Strecken und dann eine klare Entscheidung treffen müssen, was sofort gemacht wird und wo eine grundhafte Sanierung notwendig ist.
Akute Gefahrenstellen wie Schlaglöcher müssen kurzfristig und konsequent beseitigt werden, denn das ist eine Frage der Sicherheit. Gleichzeitig halte ich es für wirtschaftlich nicht sinnvoll, Straßen über Jahre hinweg immer wieder nur zu flicken. Diese kurzfristigen Maßnahmen kosten dauerhaft Geld, ohne das Problem wirklich zu lösen. Gerade bei stark belasteten Verbindungen wie der Blaufeldener Straße und der Seestraße ist es oft sinnvoller, gezielt zu sanieren, statt immer wieder nachzubessern. Auch wenn dies erst einmal eine hohe Investition darstellt, die eventuell mit Schulden verbunden sein kann.
Bei den schmalen Straßen Richtung Rot am See, Liebesdorf und Dünsbach muss man das Thema Leitplanken klären. Sicherheit darf hier nicht vom Zufall abhängen. Wenn Prüfungen ergeben, dass Leitplanken erforderlich sind, dann müssen sie auch umgesetzt werden.
Warum gerade Gerabronn?
Meine Antwort besteht aus zwei Teilen.
Der erste Teil ist persönlich. Ich bin in Heimsheim aufgewachsen, einer Stadt in etwa der Größe von Gerabronn. Ich weiß, wie eine ländliche Kleinstadt funktioniert, was sie zusammenhält und wo sie verletzlich ist. Nach Jahren in Großstädten wie Köln, Berlin und Karlsruhe habe ich gemerkt, dass mein Herz an Orten hängt, an denen man sich beim Namen kennt und Entscheidungen sichtbare Folgen haben. Schwäbisch Hall ist meine Heimat geworden, aber ich will mehr gestalten als den Rahmen, den mir meine Selbstständigkeit dort bietet. Ich will Verantwortung für eine ganze Stadt übernehmen.
Der zweite Teil hat mit Gerabronn ganz konkret zu tun. Ich habe die Stadt zunächst als Außenstehender kennengelernt und ich war beeindruckt. Beim ersten Besuch hielt ich die „Schüle-Nudelburg“ am Ortseingang für ein Schloss. Als ich erfuhr, dass es leer steht, war für mich klar: Hier liegt Potenzial, das darauf wartet, genutzt zu werden. Gerabronn hat alle Zutaten, um in der Region noch stärker aufzutreten als heute. Eine engagierte Bürgerschaft, starke Vereine, ein intaktes Zentrum, eine schöne Lage. Was es braucht, ist ein Koch, der diese Zutaten zusammenbringt und daraus ein Gaumenschmaus macht. 😉
Genau diese Aufgabe reizt mich. Und sie ist der Grund, warum ich nicht allgemein „in der Kommunalpolitik“ ankommen will, sondern in Gerabronn.
Immer noch Fragen?
